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2006
Rolex Baltic Week
Neustadt / Holstein, GER
August 6 - 13, 2006
„Yugtranzit“ ist vorzeitig IMS-Weltmeister

11. August 2006

Noch ein Tagessieg / Starboot-EM erneut ohne Wettfahrt

Neustadt. Die ersten Sieger der Rolex Baltic Week 2006 stehen fest: Die russische Grand Soleil 42 R „Yugtranzit“ wurde am Freitag (11. August) in Neustadt/Holstein vorzeitig IMS-Weltmeister der Hochseesegler in der Division 1. Skipper Sergey Shevtsov und seine Mannschaft landeten in der einzigen Wettfahrt erneut einen Tagessieg und sind zwei Rennen vor dem Abschluss schon nicht mehr von Platz eins zu vertreiben. In der Division 2 schmolz der Vorsprung der „Froschkönig“ von Detlef Amlong aus Schwedeneck durch einen achten Rang in der siebten Wettfahrt auf weniger als fünf Punkte. Platz zwei übernahm die Flensburger X-332 „No Limits“ von Lars und Sven Christensen. Für die Starboot-Europameisterschaft gab es in Neustadt/Holstein erneut zu wenig Wind. Sie wollen am Sonnabend, dem Finaltag (12. August) noch zwei Wettfahrten segeln.

„Was soll ich sagen, wir sind einfach nur glücklich“, konnte Shevtsov sein Glück anfangs kaum fassen. Als Kieler Woche-Sieger angetreten, gehörte die „Yugtranzit“ zwar von Beginn an zu den heißesten Titelanwärtern. Doch dass es so klar ausgehen würde, hatte wohl niemand auf der Rolex Baltic Week erwartet. Schon bei der Anmeldung waren sie die Nummer eins: Nur wenige Stunden nachdem im April die Ausschreibung im Internet stand, ging die Meldung der russischen „Yugtranzit“ von Serguei Kotsiouba beim ausrichtenden Norddeutschen Regatta Verein (NRV) ein.

Kotsiouba ist zwar als Eigner gelistet, doch eigentlich ist er Sailing-Team-Manager des Sportclubs „UTS“. Dieser ist in Taganrog, einer 270.000 Einwohner zählenden Stadt am Asowschen Meer beheimatet. Und der Sportclub „UTS“ ist die Keimzelle für das gegenwärtig ehrgeizigste Hochseesegelprojekt in Russland. Vor vier Jahren entschieden sich Kotsiouba & Co., einen professionellen Segelkurs einzuschlagen. Sie kauften dafür die „Follow Me“, eine IMX-45-Yacht, die sie allerdings in Frankreich vor Anker gehen ließen. „Bei uns geht ab November nichts mehr“, erklärt Kotsiouba, „da ist das Meer zugefroren. Das Boot in Frankreich zu halten, ermöglicht uns eine bessere Ausbildung und die Teilnahme an Regatten, von denen wir früher nur gelesen haben.“

2004 stellten sich so bereits die ersten Erfolge ein - Platz eins bei der Cowes Week in der IRC I-Klasse und Rang zehn mit dem europäischen Team beim Rolex Commodores' Cup. „Damit konnten wir die zweite Etappe in Angriff nehmen, uns eine neue Yacht, die ‚Yugtranzit', eine Grand Soleil 42 R, anschaffen“, berichtet Kirill Podolskiy, Präsident des Sportclubs, der selbst im Cockpit zur Crew gehört. Im Vorjahr segelte Skipper Sergey Schevtsov die „Yugtranzit“ in der IMS 600-Klasse auf Anhieb in die Erfolgsspur: Platz vier bei den IMS-Mittelmeer-Meisterschaften, Rang neun bei der Copa del Rey und der Rolex IMS-Weltmeisterschaft vor Menorca sowie Rang vier bei der IMS 600-Europameisterschaft vor Kreta.

„Eine logische Fortsetzung wird unsere Teilnahme an der Klasse Transpac 52 sein“, sagt Podolskiy und verrät das langfristige Ziel: „Wir wollen ein russisches America's-Cup-Syndikat an den Start bringen.“ Ein ehrgeiziges Vorhaben, für das der Sportclub-Präsident das finanzielle Fundament gleich mit liefert. Denn Podolskiy ist als Chef der Firma „Yugtranzitservis“ (Korn- und Samenexport; Kornproduktion) Sportclub-Sponsor und als Milliardär zugleich Förderer des Projektes.

„Die Russen sind die verdienten Sieger“, attestierte auch Matthias Müller von Blumencron, Eigner und Skipper der Hamburger IMX-40 „Moonshine“. Er selbst jedoch musste tatenlos zusehen, wir er am Freitagabend von Platz drei als beste deutsche Yacht der Division 1 plötzlich auf Rang acht abrutschte. Der Grund: In einer verschobenen Protestverhandlung wurde nachträglich die erste Hälfte der Langstreckenwettfahrt von Dienstag aus der Wertung genommen, weil das Zielschiff nicht an der korrekten Position gelegen hatte. Das würfelte das Gesamtklassement gehörig durcheinander. Zweitplatzierte ist nunmehr die norwegische „Al Cap One“ von Einar Sissener zwei Punkte vor der „Data Communication“ aus Schweden, die von Ralf Aspholm geführt wird. Beste deutsche Yacht ist jetzt die „Hanseatic Lloyd“ von Christian Plump aus Bremen als Siebte.

In der Division 2 ging der Tagessieg am Freitag an den Cuxhavener Heiko Päsler mit seiner X-362 Sport „Static Electric“ vor der niederländischen Dehler 36 „Rosetta from Rocks“. Einen rabenschwarzen Tag erwischte die Dehler 29 „Cala Ventinove“ von Uwe Wenzel aus Bremen, die durch einen 14. Rang auf Platz vier zurückfiel. Dagegen verkürzte die „No Limits“ den Rückstand auf die „Froschkönig“ auf 4,62 Zähler. Auch hier hatte die Streichung der ersten Langstreckenwertung erheblichen Einfluss auf die Gesamtstände.

„Das ist ja nur ein kleines Polster, aber kein beruhigendes“, meinte Sven Christensen vom Verfolgerboot „No Limits“, „in zwei Rennen ist noch alles drin.“ Die Tageswettfahrt von Freitag habe nicht so stark unter drehenden Winden gelitten wie der Vortag, obwohl der Wind gegen Ende auf der Zielkreuz immer schwächer wurde. Daran wird sich laut Wettervorhersage auch nichts ändern. Auch für Sonnabend sind schwach umlaufende Winde prophezeit. Geplanter Start für die IMS-WM ist 10.30 Uhr letzte Startmöglichkeit um 16 Uhr. Bei der Star-EM soll es um 10 Uhr losgehen, aber nicht mehr nach 14 Uhr. In beiden Wettbewerben könnte es noch zwei Rennen geben.

Segeln in Zahlen

Ergebnisse von der Rolex Baltic Week

Freitag, 11. August 2006

IMS-Weltmeisterschaft
Gesamtstand nach sieben Wettfahrten

Division 1:
1. „Yugtranzit“ (Sergey Shevtsov/Russland) 14,63 Punkte
2. „Al Cap One“ (Peer Moberg/Norwegen) 46,5
3. „Data Communication“ (Ralf Aspholm/Schweden) 48,5
4. „Imagine“ (Peter Rudbäck/Schweden) 50
5. „Checkmate 3“ (Peter de Ridder/Niederlande) 52,5
6. „Ocean Warrior“ (Sverre N. Valeur/Norwegen) 53
7. „Hanseatic Lloyd“ (Christian Plump/Bremen) 58,25
8. „Moonshine” (Matthias Müller von Blumencron/Hamburg) 62,5

Division 2:
1. „Froschkönig“ (Detlef Amlong/Schwedeneck) 29,88 Punkte
2. „No Limits“ (Lars und Sven Christensen/Flensburg) 34,5
3. „Patent3“ (Jürgen Klinghardt/Bremen) 40
4. „Cala Ventinove“ (Uwe Wenzel/Bremen) 45,25
5. „Chinook“ (Johann Friedrichsen/Flensburg) 46,75
6. „Static Electric“ (Heiko Päsler/Cuxhaven) 51,75

Keine Wettfahrt bei der Starboot-Europameisterschaft.

Die vollständige Ergebnisliste ist auf der Eventwebsite unter www.Rolex-Baltic-Week.com zu finden.

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